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German Script Request

joshua
Complete / 353 Words
by lari_xci 0:00 - 2:48

SRF2 Kultur

100 Sekunden Wissen

und die handeln heute vom Kiosk. Der Kiosk, das ist wo wir beim Warten auf Tram, Bus oder Bahn schnell noch die Zeitung kaufen, eine Schachtel Zigaretten, wo wir als Kind vielleicht zum Süßigkeitendieb geworden sind, weil die Auslage so verlockend war und überhaupt in greifbarer Kinderhöhe, ich gestehe, Sie vielleicht auch? Wie auch immer, der Kiosk an der Ecke ist eine Institution. Aber eigentlich keine hiesige Erfindung, im Gegenteil, der Ursprung liegt im Osten und war als Verkaufshäuschen nie gedacht. Thomas Waibel erzählt.

Seinen ersten großen Auftritt hat das Wort Kiosk im Jahr 1786 (siebzehnhundertsechsundachtzig) bei Johann Georg Krünitz. Krünitz ist Arzt, aber seine große Leidenschaft sind die riesige Privatbibliothek und das Schreiben. In seiner ökonomischen Enzyklopädie sammelt er alle Begriffe des Deutschen. Ein Kiosk, schreibt Krünitz, ist ein Gebäude bei den Türken, welches in etlichen nicht gar hohen Säulen besteht, die all' so gesetzt sind, dass sie einen gevierten Raum umgeben, der mit einem Zeltdache bedeckt ist. Dergleichen Lustgebäude oder offenen Säle bedienen sich die Türken in ihren Gärten und auf Anhöhen, die frische Luft und angenehme Aussicht zu genießen. Das Wort "Kuusk" kommt aus dem alten Persien und zusammen mit der Gartenarchitektur, war es im 13. (dreizehnten) Jahrhundert allmählich nach Westen gewandert. Ins Osmanische Reich, wo es sich im türkischen "Kösk" niederschlug. Mit der Zeit, wurde es zum italienischen "kiosko" und schließlich zum deutschen "Kiosk". Der Bezeichnung, für jenes reich verzierte, aufregend exotische Gartenhaus. Pavillons im osmanischen Stil wurden immer beliebter. Wer einen Park anlegte und etwas auf sich hielt,ließ sich auch einen Gartenpavillon bauen. Kioske sprossen aus dem Boden von Paris bis München, von Luis 15 (french: quinze) bis zum Bayernkönig Ludwig dem 2. (Zweiten). Mit dem Untergang des Osmanischen Reichs aber schwand auch das Interesse an den höfischen Kiosken.Das Wort dagegen blieb. Im 19. (neunzehnten) Jahrundert wurde in Paris aus dem Kiosk ein Verkaufsstand, der Blumen und Zeitungen anbot. Erst im Park, dann auf dem Boulevard und heute ist der Kiosk an der Ecke aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.

Erfahren Sie mehr über unsere Sendungen auf unserer Homepage srf.ch/kultur (/ --> Schrägstrich)

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